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Afrika – groß, jung, kreativ

Mein Interesse für Afrika


 

Es begann mit dem Buch "KONGO. Eine Geschichte" von David van Reybrouck.

Das hat mich gepackt und in mir auch einen heiligen Zorn hervorgebracht und ich möchte den belgischen König Leopold II heute noch vor das Menschenrechtstribunal in Den Haag gestellt wissen. Er hat dieses große, an Bodenschätzen reiche Land und seine Bewohner wie ein Privateigentum behandelt, rücksichtslos ausbeutend.

Dann las ich über "Un lautre Mali est possible", die Bewegung von Aminata Dramane Traoré  und die Biografien der beiden Friedensnobelpreisträgerinnen in Liberia: Ellen Johnson-Sieraf und Leyma Gbowee

 

Und dann: TIMBUKTU, die Wüstenstadt im Norden Malis.

Meine Informanten sind ie Afrika-korrespondenten großer Zeitungen, allen voran Bernd Dörries, dessen Buch "Der lachende Kontinent" genau das beschreibt, was mir so wichtig erscheint: Seine Besuche in 33 der 54 Länder Afrikas führen zu überraschenden Situationen, die die Vielfalt und Kraft der Menschen zeigen.

Als die Boko Haram auf die Stadt zumarschierten, haben die Bewohner ihre Familienbibliotheken in einer Nacht- und Nebelaktion gerettet: 280 000 Manuskripte in Blechschachteln wurden auf den Niger geladen und in die Hauptstadt Bamako gebracht. Dort werden sie unter der Leitung von Dr. Harara aufgearbeitet.

Diese hohe Familienkultur- und Tradition ist doch erstaunlich. Darunter sei, so las ich, ein juristischer Text über die Unterstützung von Mutter und Kind nach er Geburt durch die Gesellschaft.

 

Ich schrieb Dr. Harara eine Email, ob ich wohl Fotos davon bekommen könne und er antwortete - auf Französisch! - dass sie noch nicht weit genug seien. ich wäre zu gerne nach Bamako geflogen, um seine Arbeit zu sehen. ich hätte - so dachte ich, in dem Hotel im afrikanischen Stil von Aminata Dramane Traoré. Aber es ging nicht, denn ich war zu alt für die notwendige Impfung gegen Gelbfieber! Schade!

Als die französischen Kolonialherren und Missionare Timbuktu erreichten, merkten die Leute, dass man ihnen diese Manuskript einfach wegnahm. Daraufhin haben sie sie im Wüstensang vergraben. Dana galt die Meinung, dass es in Mali keine schriftliche Kultur gab!

 

Afrika ist kein Land, es ist ein Kontinent. 


 

Afrika hat 54 Länder, Europa 27

Afrika hat 1,216 Mill Einwohner, Europa hat 746,4 Mill Einwohner

Afrika ist also doppelt so groß wie Europa und wird doch zu oft als eine Einheit betrachtet.

Afrika wird auch der fragmentierte Kontinent genannt, er hat sieben Regional-Welten:

1. Nordafrika, das Scharnier zu Europa

2. Westafrika, reich an Ressourcen, früher Sklavenhandel

3. Zentralafrika mit schwachen Staaten

4. Horn und Ostafrika, Nähe zu Arabien

5. Südliches Afrika, Wirtschaftskompetenz, soziale Kämpfe

 

Einige Staaten werden autoritär regiert, dort ist der Staat ein Teil des Problems, andere nennt man Staatszerfallsländer, dann gibt es die großen erölexportierenden Länder und schließlich Länder, deren Regierungen ihr Land entwickeln wollen, z.B. Ruanda.

 

Diese Unterscheidungen helfen mir, näher hinzusehen und natürlich habe ich mir auch eine große Landkarte in ein Zimmer gehängt, damit ich Nachrichten über ein Land schnell zuordnen kann.

 

In all den Jahren, seit ich mich mit einigen der 54 Ländern in Afrika beschäftige, wurde mir immer bewusster, dass es die eigenen Regierungen, die eigenen Eliten sind, die das Land an ausländische Investoren verkaufen und das Geld in die eigenen Tasche brachten. Wenn alle Guthaben der Eliten ins Volk gelangen würden, gäbe es dort keine Armut mehr.

 

Nun lese ich das Buch des Diplomaten Volker Seitz:

Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann.

Seitz bestätigt meine kritischen Gedanken.

 

Ich habe seit etwa 1965 Kenntnisse gesammelt über das Problem der so genannten Entwicklungsländer. Ich habe gespendet und zum Spenden aufgerufen, z. B. bei den Gottesdiensten an Heilig Abend, Spenden für "Brot für die Welt". Mit diesem Geld wurden Projekte finanziert, Krankenhäuser, Schulen u.a.

In den letzten Jahren habe ich mich immer wieder gefragt: Wie lang so das so weitergehen? Planen die Regierungen unsere Zuwendungen schon in ihren Haushalt ein? Lehnen sie sich zurück und denken: die Europäer machen das schon?

 

Auch Hilfe zur Selbsthilfe hat die Armut nicht verändert.

 

Volker Seitz nennt es die Enticklungshilfeindustrie: "Eine Tätigkeit in der Entwicklungshilfe wird heute von vielen als lebenslange Anstellung betrachtet. Solange aber Entwicklungshilfe als Berufsbild quasi des öffentlichen Dienstes verstanden wird (...), wird das arme und rückständige Afrika gebraucht." (S. 180) "Die Ursache der Krise Afrikas ist nicht nur die mangelnde Effizienz der Entwicklungshilfe, sondern vor allem die Politik afrikanischer Machthaber und Führungseliten, die zum Teil allzu sehr und allzu lange von den Gebern unterstützt wurden." (S.202f).

 

Christen fühlen sich gut, wenn sie spenden. Auch dies ist ein Problem. Als ich im Februar 2021 im Gottesdienst erfahr, wie groß die Hilfe der Mecklenburgischen Landeskirche für die Pare-Diözese in Tansania sei, gab mir das einen Stich. Wir und auch der Pastor fühlten uns als gute Christen der Nächstenliebe. Eine Witwengruppe erhielt eine Maismühle, Mädchen der Massa eine Schule." Warum sorgt die Regierung nicht dafür? Weil wir es tun!!!

 

Jetzt spende ich nichts mehr.

 

Ich habe meine Rücklagen bei Oikocredit, einer kirchlichen Organisation, die Kleinkredite vergibt und diese begleitet. Kleinkredite kenne ich von der Grameenbank des Yunus Mohammed. Besonders an Frauen werden sie vergeben, weil diese dann ihre Familien ernähren.

 

Ich habe seit einigen Monaten die Zeitschrift LoNam. Das Afrika-Magazin abonniert.

So stellt sich das Magazin vor:

Oft werden wir gefragt, warum wir „LoNam“ als Namen für das Magazin gewählt haben. „Lo’Nam“ bedeutet auf Feefee, einer kamerunischen Sprache: „Sonnenaufgang“. Das haben wir uns zur Leitidee gemacht, denn der Sonnenaufgang steht für Hoffnung und positives Denken ist die Basis für jegliches Gelingen. Wir wollen aber keine Fakten beschönigen, sondern die Geschehnisse so darstellen, wie sie sind. Dadurch wollen wir uns von den afropessimistischen Medien, die vor allem Krieg, Hungersnot und Elend zeigen, genauso abgrenzen wie von denen, die nur das Positive an Afrika hervorheben.

Hier gebe ich einige Beispiele aus diesem Magazin wieder. Sie zeigen die andere Seite von Afrika, nicht das Klischee der armen hungernden Kinder.

 

Die Afrikaspiele

Vom 19. August bis 31. August 2019 fanden in Marokko die African Games mit 26 unterschiedlichen Sportarten und Sportler*innen aus 54 Nationen statt. Zum ersten Mal konnten sich die Teilnehmer*innen durch ihre Ergebnisse auch für die Olympiade qualifizieren.

 

Afrikanische Verlagshäuser

Die Cassava Republik Press ist eines der wichtigsten Verlagshäuser für Belletristik und Sachbücher von afrikanischen Autor*innen. Mehrere dieser Bücher, die im Sionne der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen u.a. Geschlechterrollen subtil hinterfragen, wurden in Nigerias Schulkurrikulum aufgenommen.

Die nigerianische Verlegerin Bibi Bakare-Yusuf is als Kuratiorin für die Jubiläumsausgabe des Kölner Literaturfestivals ausgewählt worden.

 

Vorreiter im Kampf gegen Plastikmüll

Ruanda war das erswte afrikanische Land, das schon 2008 ein Verbot von Plastiktüten durchsetzte. Seine Hauptstadt Kigali hat den Ruf, die sauberste Großstadt Afrikas zu sein. Andere Länder sind: Kenia, Tansania, Malawi, Senegal, Ägypten, Mauretanien, Marokko und Niger.

 

Der kongolesische Arzt und Gynäkologe Denis Mukwenge erhielt den Friedensnobelpreis für seine Behandlungen von Frauen und Märchen, die durch Gruppenvergewaltigungen verletzt wurden. Er gilt als einer der 100 einflussreichsten Afrikaner*innen.

 

Eine andere ist die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie, deren Bücher ich auch gelesen habe. So bekam ich einen Einblick in die Welt der Reichen in Afrika.

 

Die Musikfestivals und Modelebals, der zunehmende und berechnende Einfluss Chinas – das sind weitere Themen, die über diesen Blog-Beitrag hinausgehen.

 

Theologinnen in Afrika

Einen ganz anderen Blick werfe ich auf die afrikanischen Theologinnen, ihre Theologie und ihre Zusammenarbeit.

Ich verwende dazu eine Ausgabe der feministisch-theologischen Zeitschrift FAMA, www.fama.ch. Sie erscheint in der Schweiz. Das Heft 2019/4 hat das Thema „Theologisches Afrika“.

Afrikanische Frauen verstehen sich als Schützerinnen der Mutter Erde. So schreibt Yoknyam Dabal, sie stammt aus dem ländlichen Nordnigeria, Doktorandin an der Schule für interkulturelle Studien, Fuller Theological Seminary, Kalifornien.

Sie schreibt über die Forschungsarbeit:  My research looks at ways in which African women perform their gender identity within Christianity and among their ethnic group.

 

Es ist eine eurozentrische Behauptung, dass alle afrikanischen Gesellschaften ihre Frauen kulturell entmenschlichen. Dabei übersieht man die Tatsache, dass Afrika eine lange Geschichte von Frauen hat, die Führungsrollen in verschiedenen Sektoren der Gesellschaft einnehmen, besonders im Umweltschutz und Freiheitskampf vor Ort.

 

So dies Beispiel:

Im 17. Jahrhundert organisierte Walatta Petros, eine Äthioperin königlicher Abstammung, eine der stärksten Frauengruppen des Landes. Sie führte mit Erfolg einen gewaltfreien Kampf gegen die Jesuiten. Bis dahin konnten die Frauen den Mann ihrer Wahl heiraten, eine Bildung erhalten und Kriegsheere leiten.

 

The Circle of Concerned African Women Theologians.

 

Diese Gruppe wurde 1989 von Mercy Amba Oduyoye und 69 weiteren Frauen gegründet. Sie lehnen eine eurozentrische Theologie ab, die Frauen übersieht und ihre Bedürfnisse nicht ernst nimmt. Sie warnen davor, die traditionellen Religionen aufzugeben und zu dämonisieren, da dies kultureller Selbstmord wäre.

 

 

Mit diesen wenigen Beispielen will ich zeigen, dass wir unser Augenmerk auf diese kreativen und intelligenten Menschen und Staaten in Afrika lenken sollten.

 

 

Zum Schluss ein Gedicht aus einem Buch von Afrika:

Afrika – Mutter Afrika,

Wüsten, Steppen, Urwald,

Flüsse, Seen und Berge.

Insekten, Vögel, Fische,

Reptilien und Säugetiere.

Alles deine Kinder.

Afrika – Mutter Afrika,

Mutter, Mutter,

siehst du alle deine Kinder?

Mutter, Mutter,

hörst du mich?

 

Kabria geb. 1990, Studentin in Ghana

 

Aus: Lutz van Dijk: Afrika – Geschichte eines bunten Kontinents. Neu erzählt mit afrikanischen Stimmen, Wuppertal: Peter Hammer Verlag 2015, S.27

 

 

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