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	<title>Hanna Strack &#187; Gottesdienste</title>
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		<title>Kanzelschwalben werden Zaunköniginnen</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2012 09:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgien]]></category>

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		<description><![CDATA[Anfang der 1990er Jahre habe ich mit anderen Frauen zusammen Frauenliturgien entwickelt und gefeiert. in dem Sammelband "Göttinnen und Priesterinnen. Facetten der feministischen Spiritualität", hrg. von Donate Pahnke und Regina Sommer, Gütersloh 1995, ist ein Aufsatz darüber erschienen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie können hier den Aufsatz als pdf-Datei herunterladen!</p>
<p><a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2012/08/Kanzelschwalbenpdf.pdf">Kanzelschwalben,pdf</a></p>
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		</item>
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		<title>Predigt zu Gal 2, 16-21</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 16:40:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Predigt zu Predigt zu Gal 2, 16-21 basiert auf persönlichen Träumen über viele Jahre hinweg!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<p>Liebe Gemeinde!</p>
<p>Heute will ich Ihnen von einer Frau erzählen – nennen wir sie Stephanie – sie ist jetzt 70 Jahre alt. Stephanie entdeckte eines Tages in ihren <strong>alten Tagebüchern,</strong> dass sie oft Träume niedergeschrieben hatte.</p>
<p>Und dann fiel ihr auf, dass unverhältnismäßig oft von Töten, Sterben, Totsein die Rede war und dass jedes Mal dann Sätze kamen wie „ich lebe aber noch“, „aber ich sterbe nicht“ oder „ich bin aber nicht tot“.  Oder sie bekommt im Traum eine Gegenspritze, die dem tödlichen Gift entgegenwirkt.</p>
<p>Es sind schreckliche Träume und dennoch voll Hoffnung, denn der Tod weicht immer dem Leben!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Stephanie ist in ihrer Kindheit und Jugend sehr stark geprägt worden von einer Kirchgemeinde und Jugendarbeit, wo Sünde und Erlösung eine zentrale Rolle spielten, einerseits und andererseits von einer Mutter, die klagend und leidend ihr Dasein als Kriegerwitwe nie verkraften konnte und den Kinder eine negative Einstellung zu einem Leben voll Angst vermittelte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Stephanie fühlt sich heute vom Zwang dieser Prägung befreit und das – wie sie selbst sagt – hat sie der befreienden Botschaft von Jesus zu verdanken, die sie als Erwachsene im Kontakt mit anderen Christinnen und Christen erlebt hat. Wenn Stephanie auf diese Zeit zurückblickt, sagt sie, dass sie ihre zweite Identität, ihr zweites Leben, gewonnen habe.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich will Ihnen einige dieser Träume erzählen. Stephanie träumt: <strong>„Ich soll getötet werden und sitze deshalb auf einem Explosionsstoff mit Zündschnur. Aber ich bin nicht tot und auch beim zweiten Versuch bleibe ich am Leben, gehe vergnügt zu einem Kinderspielplatz.“</strong></p>
<p>Ein anderer Traum ist ebenso erschütternd: „In dem Zimmer, in dem ich als Schülerin wohnte, wird jede Nacht ein Mädchen geköpft, ich sehe den Rumpf mit dem abgeschnittenen Hals aus dem Schrank fallen. Ich beriet mich mit jemandem draußen im Flur, was zu tun sei: er sagte: Briefe schreiben.“</p>
<p>Und ein dritter Traum: <strong>„Ich weiß, ich muss sterben. Ich lasse mir schon mal eine Spritze geben und soll danach in zwei Stunden tot sein. Ich lege mich schon mal in den Sarg, der mir sehr eng vorkommt. Dann fällt mir mit Schrecken ein, dass ich mich von meinen Söhnen noch nicht verabschiedet habe. Jemand will sie rufen, sie können aber nicht so schnell kommen. Jetzt will ich unbedingt wieder aufstehen und bitte um eine Spritze, die dem tödlichen Gift entgegenwirkt. Ich gehe auf die Suche nach einem Arzt. Dann bekomme ich eine Gegenpille und lebe weiter!“</strong></p>
<p>Diese Träume sind so erschreckend, weil sie so tief sind, weil sie Tod und Leben so unmittelbar und unverdeckt ansprechen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann ist da eine Reihe ganz anderer Träume. Sie zeigen Stephanie den Weg, den sie gehen soll. So träumt sie: „<strong>Ich bin in der Schule. Das Aufsatzthema lautet: Die Einheitsformel. Ich rätsele lange, was das sei, dann weiß ich es: Gott und ich. Ich überlege noch, ob es ein Hausaufsatz oder eine Schulaufgabe ist.“ </strong>Stephanie erfährt, dass Gott das Ganze, Ungeteilte, der Urgrund allen Seins ist und nicht der oberste Pädagoge oder Polizist, wie ihr gelehrt worden war. Dieser Traum kam in ihr hoch, als sie begann, sich mit anderen Christinnen und Christen auszutauschen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein andermal träumt Stephanie, nachdem sie in einer Gruppe die Erzählung von Jesus und der Samariterin am Brunnen als Bibliodrama erarbeitet hatte: <strong>„Ich gehe über eine Wiese in eine Höhle, drei Freundinnen von mir sind auch dabei. In der Mitte am Boden sehe ich ein hellblaues stehendes Wasser: Es ist das Wasser des Lebens. Ich bade nackt darin. Ich sehe mich deutlich darin liegen. Beim Aufwachen habe ich das glückliche Gefühl: Ich habe im Wasser des Lebens gebadet!“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieses Beispiel zeigt uns den Befreiungsweg einer Frau. Das hilft uns nun, den sehr abstrakten Predigttext zu verstehen. Der Apostel Paulus denkt darüber nach, warum er von einer starren und engen Gesetzesreligion weg und zum Glauben an den Messias Jesus Christus kam. Seine Begriffe wie „Werke des Gesetzes“ und „gerecht vor Gott“ sind uns im Alltag ja nicht geläufig.</p>
<p>Paulus schreibt im Brief an die Gemeinden in Galatien, eine Gegend in der heutigen Türkei, ich lese diesen unseren Predigttext vor:</p>
<p>„<strong>Wir wissen, dass kein Mensch ins Recht gesetzt wird durch vorschriftsmäßige Erfüllung der Gesetzesverordnung, sondern nur durch die Treue Jesu, des Messias. Darum sind auch wir zum Vertrauen an den Messias Jesus gelangt, damit wir ins Recht gesetzt würden aus der Treue des Messias und nicht aus vorschriftsmäßiger Erfüllung der Gesetzesverordnung. Denn aus vorschriftsmäßiger Erfüllung der Gesetzesverordnung gibt es keine Gerechtigkeit für die Menschheit als ganze. &#8230; Denn ich bin durch das Ordnungsgesetz für die Gesetzesordnung gestorben, damit ich für Gott lebe. Mit dem Messias bin ich mitgekreuzigt worden. Und ich lebe nicht mehr als ich, sondern in mir lebt der Messias. Was ich jetzt in meiner leiblichen Existenz lebe, lebe ich im Vertrauen auf das Kind Gottes, das mich geliebt und sich selbst ausgeliefert hat für mich. Ich erkläre nicht das Geschenk der Zuwendung Gottes für null und nichtig. Denn wenn die Gerechtigkeit durch die gesetzte Ordnung käme, wäre der Messias umsonst gestorben.“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Soweit die Verse aus dem Galaterbrief.</p>
<p>Wir können dies heute so verstehen: Jesus Christus befreit uns aus den Fängen der Prägungen. Das tut er durch seine Botschaft, seine Art, den Menschen zu begegnen und seiner Hingabe im Tod und seine Auferweckung durch Gott. Denken wir nur an Maria Magdalena, die Jesus von sieben Dämonen befreit hat!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie passen denn nun dieses beides zusammen, Stephanies Weg aus der engen Prägung in die Befreiung durch einen persönlichen, stärkenden Bezug zu Gott und diese Argumentation von Paulus?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich lese den Briefteil noch einmal und füge beides zusammen, die streng theologische Sprache des Paulus und die befreiende Glaubenserfahrung von Stephanie:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>„Wir wissen, dass kein Mensch ins Recht gesetzt wird durch vorschriftsmäßige Erfüllung der Gesetzesverordnung <strong>oder dem Gehorsam gegenüber der Erziehung</strong>, sondern durch die Treue Jesu, des Messias. Darum sind auch wir zum Vertrauen an den Messias Jesus gelangt, damit wir ins Recht gesetzt würden aus der Treue des Messias und nicht aus vorschriftsmäßiger Erfüllung der Gesetzesverordnung. Denn aus vorschriftsmäßiger Erfüllung der Gesetzesverordnung gibt es keine Gerechtigkeit für die Menschheit als ganze.<strong> Aus Gehorsam gegenüber der Prägung in seinen Kinder- und Jugendjahren kommt niemand zu Gott,</strong> sondern <strong>durch den befreienden Glauben an Jesus Christus, der allen Menschen mit Offenheit und Liebe begegnete und sie zu nichts gezwungen hat</strong>. &#8230; Denn ich bin durch das Ordnungsgesetz für die Gesetzesordnung gestorben, <strong>immer wieder getötet worden, wie meine Träume zeigen,</strong> damit ich für Gott lebe. D<strong>ie Einheitsformel heißt „Gott und ich“.</strong> Mit dem Messias bin ich mitgekreuzigt worden. Und ich lebe nicht mehr als ich, sondern in mir lebt der Messias,<strong> die Liebe und Kraft Jesu, das ist meine zweite Identität. Ich fühle mich wie neu geboren aus dem Wasser des Lebens, das Christus gegeben hat.</strong> Was ich jetzt in meiner leiblichen Existenz lebe, lebe ich im Vertrauen auf das Kind Gottes, das mich geliebt und sich selbst ausgeliefert hat für mich. <strong>Wie Christus habe auch ich Tod und Auferstehung in meinem seelischen Erleben erfahren, damit ich befreit und unmittelbar zu Gott bin.</strong> Ich erkläre nicht das Geschenk der Zuwendung Gottes für null und nichtig. Denn wenn die Gerechtigkeit durch die gesetzte Ordnung, <strong>durch die übergroß strenge Prägung,</strong> käme, wäre der Messias umsonst gestorben.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Ostergeschehen von Kreuzestod und Auferstehung hat solch eine große Bedeutung! Das drückt sich auch im Traum einer anderen Frau aus. Diese ist an Leukämie erkrankt und sie erzählt den Traum ihrer Therapeutin: „Ich war wie gestorben, da beginnt es aus mir heraus das Oster-Halleluja zu singen, immer lauter wird es, identisch mit mir und doch nicht nur ich: Alles wird zum Gesang – ich lebe.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>Das können wir heute mit nachhause nehmen: Es gibt eine Botschaft, die uns von Zwängen befreit. Und sie heißt: aus der Kraft Gottes und aus der Liebe Jesu heraus sind wir wahrhaft lebendig! Das ist unser Lebensweg! Er führt uns zu einer lebendigen Gottesbeziehung dank Jesus Christus.</p>
<p>Amen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Fürbittgebet:</strong></p>
<p>(Nach den Bitten jeweils das „Kyrie eleison“ der orthodoxen Kirche EG 178.9 Bayern ect.)</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Gott, die du uns hältst und trägst und nährst wie eine Mutter, wir bitten dich für alle Kinder, die in Kriegs- und Dürregebieten aufwachsen und von Angst beherrscht werden:</p>
<p>Kyrie eleison</p>
<p>Gott, der du durch Christus die Unterdrückten befreist, wir bitten dich für alle, die dem Fundamentalismus verfallen sind und meinen, andere unterdrücken zu müssen:</p>
<p>Kyrie eleison</p>
<p>Gott, die du die Sehnsucht deiner Kinder stillst, wir bitten dich für die im Atheismus Erzogenen, dass sie die Sehnsucht nach dem Mehr im Leben zu dir führt:</p>
<p>Kyrie eleison</p>
<p>Gott, der du uns nicht die Gesetzesordnung sondern das Vertrauen in den Messias anbietest, wir bitten dich um die Auflösung aller verkrusteten kirchlichen Strukturen:</p>
<p>Kyrie eleison</p>
<p>Gott, die du uns die Chance für ein zweites Leben eröffnest, wir bitten dich für alle, die unter der Prägung in ihrer Kindheit, ja schon vorgeburtlich, leiden:</p>
<p>Kyrie eleison</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Kurze Meditation</strong></p>
<p>Texte zur Rechtfertigungslehre sind immer sehr abstrakt und deshalb ist es schwer, sie in das heutige Leben zu vermitteln.  Es gibt zu viele dieser Art von Texten in der Perikopenreihe, wo Frauentexte sowieso zu kurz kommen. Wann endlich kommt eine Revision der Perikopenordnung?</p>
<p>Die Situation dieser Textstelle ist eine forensische: vor Gott, dem Richter steht der Mensch als angeklagter, Christus bietet sein Opfer an, wodurch der Angeklagte in Gottes Augen gerechtfertigt ist.</p>
<p>Für die Predigt über solche Texte gibt es zwei Möglichkeiten: entweder den theologischen Sachverhalt anschaulich darzulegen und so die Gemeinde in dieses forensische Denken einzuführen oder eine Parallelsituation im menschlichen Leben aufzugreifen. Ich tue in der Predigt das zweite: Eine eigene stärkende, weil befreiende Gottesbeziehung kann sich ereignen durch das Vertrauen in Jesus, in sein Wort, seine Tat und sein Sterben und Auferstehen. Denn dieses Vertrauen befreit von belastenden Prägungen aus der Kindheit.</p>
<p>Die theologische Anregung dazu erhielt ich durch das Buch von Monika Renz: Erlösung aus Prägung. Botschaft und Leben Jesu als Überwindung der menschlichen Angst-, Begehrens- und Machtstruktur, Junfermann Verlag, Paderborn 2008.</p>
<p><a href="http://www.monikarenz.ch" target="_blank">Monika Renz</a> ist Musiktherapeutin in der Onkologie, St. Gallen. Sie geht der Frage nach, was letztlich heilt und erlöst. In der Botschaft Jesu sieht sie einen Dynamismus, der von Angst-, Begehrens- und Machtstrukturen erlösen kann. Dort steht der letztgenannte Traum auf S. 265.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Predigt zu 1. Korintherbrief 1, 18-25</title>
		<link>http://www.hanna-strack.de/predigt-zu-1-korintherbrief-1-18-25/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 16:35:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Predigt zu 1. Kor. 1,18-25 und die liturgischen Texte habe ich für die Reihe "feministisch predigen" geschrieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Liturgischen Texte und Lieder konnen Sie hier einsehen:</p>
<p><a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/11/5.n.Trinitatis.doc">5.n.Trinitatis</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"><br />
</span></strong></p>
<p>Liebe Gemeinde!</p>
<p>Kein anderes Buch der Bibel ist so verwoben mit der Situation und den Problemen der Gemeinde, für die es geschrieben ist, wie die <strong>Korintherbriefe</strong> des Apostels Paulus.</p>
<p>Deshalb stellen wir uns heute einmal vor, wie das wohl war, als die kleine christliche Gemeinde im Hafengelände von Korinth in Griechenland ihren Gottesdienst feierte. Kaum war das letzte Lied erklungen, stand Irene, die Gemeindeleiterin, auf und sagte: „Heute habe ich wieder einen Brief zum Vorlesen bekommen. Der A<strong>postel Paulus</strong> wusste ja von unseren Streitereien und jetzt hat ein Bote einen Brief von ihm gebracht. Darin ermahnt er uns, in Christus eins zu sein und dabei nicht zu vergessen, dass er als Folge für seine Verkündigung am Kreuz gestorben ist, aber von Gott wieder auferweckt wurde. Ich lese den Brief jetzt euch allen vor.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir müssen nämlich wissen, dass dort in der Gemeinde jeder und jede seinen und ihren eigenen Fan-Club hatte. Die einen waren Stephanusjünger, die anderen Kephas-Leute, wieder andere die Chloe-Leute. Und unter den Gemeindegliedern waren viele, die noch der griechischen Philosophie anhingen oder noch mit der jüdischen Synagoge verbunden waren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Irene fängt also an. Aber ich lese Ihnen jetzt aus dem Brief nur die Stelle vor, die unser Predigttext heute ist:</p>
<p>Paulus schreibt: <strong>„Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist&#8217;s eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben im Propheten Jesaja: ‚Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.’</strong></p>
<p><strong>Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.“</strong></p>
<p>Da beginnt ein Rumoren unter den Frauen und Männern. Einer ruft: „Was bildet der sich ein, ich habe doch <strong>griechische Philosophie </strong>studiert, ich weiß doch, worauf es ankommt und was Weisheit ist!“ Und eine Frau sagt erregt: „Ich bin eine Schriftgelehrte. Es kann nicht sein, dass das jetzt überhaupt nichts mehr bedeutet!“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aber Irene meint: „Paulus kommt gleich auf den Punkt zu sprechen, der ihm wichtig ist, nämlich, dass Christus zu uns als <strong>Gottes Kraft und Weisheit </strong>gekommen ist.“ Und sie liest ruhig weiter: „Denn die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit; denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit. Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.“</p>
<p>Kaum war Irene fertig mit diesen Versen, da entstand eine heftige Diskussion: „Was ist dann also Weisheit, wenn nicht die der Philosophen? Was soll das sein, das Wort vom Kreuz? Warum soll das eine Torheit sein für die Griechen? Müssen wir nicht Wunder sehen, um zu glauben?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jetzt meldet sich Mirjam zu Wort, sie ist eine aus der Frauengruppe, die im Hafen arbeitet: „Ihr wisst nicht, was das Kreuz Jesu bedeutet? Meine Tante Salome war dabei, als Jesus starb und meine Freundin Maria Magdalena auch. Sie hat es mir persönlich erzählt. Ich will euch mal etwas sagen: Die Frauen, die Jesus bis zur Kreuzigung und bis zu seinem Tod begleitet haben, sie haben ja durchgehalten und sie wissen, was das Wort vom Kreuz ist, wie Paulus sich ausdrückt, und was dieses Wort uns zu sagen hat.“</p>
<p>Jetzt steht ein bärtiger alter Mann auf und wird richtig böse. „Die Frauen sollen endlich den Mund halten. Was ist das für eine Ungezogenheit!“</p>
<p>Aber Mirjam lässt sich nicht beirren:</p>
<p>„Deshalb sage ich Euch: die Weisheit, die Paulus gegen die Weisheit der Philosophen verkündet, ist das was die Frauen getan haben: Sie waren nicht hochmütig und dachten, das haben wir ja gleich gewusst, dass es nichts wird, sie waren aber solidarisch mit dem sterbenden Jesus. Die Frauen unter dem Kreuz waren auch nicht ängstlich, sondern sie haben mit dem Verurteilten gelitten. Das ist die Weisheit Gottes, die Gottes Kraft in uns wirken lässt: Solidarität und Mitleiden ohne auf Wunder zu warten.“</p>
<p>Wir können uns jetzt vorstellen, dass es im <strong>Gemeindesaal in Korinth</strong> ruhiger wurde, die meisten wurden nachdenklich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>An dieser Stelle verabschieden wir uns von der Gemeinde in Korinth, die ihren Gottesdienst jetzt mit einem Abendmahl weiterführen wird. Wir reisen zurück in das Jahr 2010 und in unseren eigenen Gottesdienst.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und nun lese ich den Predigttext noch einmal und frage dann: &#8220;Was sagt uns Paulus heute?&#8221;</p>
<p><strong>„Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist&#8217;s eine Gotteskraft. Denn es steht geschrieben im Propheten Jesaja: ‚Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.’</strong></p>
<p><strong>Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das ist tatsächlich verwirrend. Die Worte Weisheit und Torheit, Schwachheit und Stärke werden wie Bälle hin- und hergeworfen. Und was ist das Wort vom Kreuz? Inwiefern ist Christus Gottes Kraft und Weisheit?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich halte mich jetzt an das, wie die Frauen unter dem Kreuz sich verhalten haben, wie sie in dieser extremen Situation gelebt haben. Sie haben ja tatsächlich Christus als Gottes  Weisheit erfahren.</p>
<p>Und nun will ich Ihnen diese Tugenden der Frauen wie eine Perlenkette aufreihen. Es sind dies: Solidarität und Mitleiden, Treue halten und Mut zur öffentlichen Trauern, Ausdauer und Phantasie.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dazu will ich Ihnen <strong>Beispiele</strong> geben:</p>
<p>Aus Solidarität und Mitleiden mit den Opfern hatte ich 1993 zum Ev. Kirchentag in München Frauen aus Kiew eingeladen. Sie berichteten uns, wie die verschiedenen radioaktiven Strahlen auf den Frauenkörper wirken, ihn zerstören und Fehlgeburten und kranke Kinder sind die Folgen.</p>
<p>Von den beiden nächsten Tugenden,  der Treue zu einem geliebten Menschen und der öffentlichen Trauer um den Tod erzählte mir eine Frau, deren Mann plötzlich starb. Sie sagte, dass die Menschen ihrer Umgebung mit wissen, wie sie ihr begegnen sollten, was sie sagen könnten, sie weichen ihr dagegen aus. Und einmal wurde sie gefragt, warum sie nach 3 Monaten immer noch schwarze Kleidung trage.</p>
<p>Die letzten der Tugenden, Ausdauer und Phantasie, weisen in die Zukunft: Wo investiere ich meine Kraft, wofür mein Engagement?  Beispiele dafür finden Sie in Ihrem eigenen Leben, wenn Sie an Ihren Einsatz für andere, für die Gemeinde denken, mit dem sie auch für die Zukunft sorgen. Ich selbst denke an meine Enkelkinder, die im Überfluss aufwachsen. Ich versuche Ihnen ein Vorbild zu sein mit einem verünftigten Umgang mit den Ressourcen der Natur.</p>
<p>Liebe Gemeinde, d<strong>iese Tugenden &#8211; Solidarität, Mitleiden, Treue, Mut zur öffentlichen Trauer, Ausdauer und Phantasie &#8211; </strong>sie sind aus der Kraft des Kreuzes Christi erwachsen, nicht aus der philosophischen Weisheit, nicht aus der Erwartung von Wundern. Ja, sie sind tatsächlich, wie unser Predigttext sagt, Gottes Kraft und Weisheit, denn die Torheit Gottes ist weiser und die Schwachheit Gottes ist stärker als wir Menschen sind. Denn es sind Tugenden, die wahrhaftig den Menschen dienen.</p>
<p>Amen</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Predigt zu Markus 9, 17-27</title>
		<link>http://www.hanna-strack.de/predigt-zu-markus-9-17-27/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 16:25:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Predigt zu Markus 9,17-27 habe ich für die Reihe "feministisch predigen" geschrieben. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.feministisch-predigen.de" target="_blank">feminstisch predigen</a></p>
<p>Die Bibelstellen sind <strong><em>fett und kursiv</em></strong> gedruckt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Tanja G. ist nach der Wende aus einer Kleinstadt im Westen in ein Dorf in den neuen Bundesländern gezogen. Sie hat mir ihrem Mann die alte Schule gekauft und nun wohnen sie dort. Auf dem Gelände steht ein Stall, der jetzt leer ist. Zu DDR-Zeiten war er Arbeitsplatz der LPG für viele im Dorf. Die meisten sind seit der Wende arbeitslos, weil die LPG aufgelöst wurde. Deshalb mögen die Leute Tanja G. nicht. Jetzt diese Wessis! Tanja  G. will in dem Stall eine Ausstellung mit Kunsthandwerk aus Tansania einrichten, auch einen Eine-Welt-Laden. Nun wird sie gemobbt, die Leute sind dagegen, dass hier Unruhe ins Dorf kommt, mehr Autoverkehr. Eigeninitiativen sind ihnen suspekt. Hatte Tanja G. zu wenig für einen guten Kontakt gesorgt, zu forsch ihre Idee in die Tat umsetzen wollen? Bei einer Dorfversammlung spricht sie es aus: „Ihr seid gegen mich, aber keiner traut es sich offen zu sagen. Was habe ich euch denn getan?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da entlädt sich die ganze Wut der Nachbarn. Einige werden sogar handgreiflich.</p>
<p>Tanja G. ist entsetzt, sie versteht aber, dass sie so nicht weiter machen kann. Zuhause bespricht sie alles mit ihrem Mann und ihrer Schwiegermutter, die bei ihnen wohnt. Tanja  betet und bittet für sich um den Geist der Wahrheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann fällt sie eine Entscheidung. Sie gibt die Idee auf, beginnt eine neue Ausbildung und erfährt nun Akzeptanz und Anerkennung, auch im Dorf.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Atmosphäre war total vergiftet in diesem Dorf und so ist es in anderen Gruppen, Familien,  Kirchgemeinden und Parteien. Probleme werden seit Jahren unter den Tisch gekehrt, sie haben, so wie es von dem Jungen heißt, <em>einen Geist in sich, der sie sprachlos macht. </em></p>
<p>Man spricht nicht mehr miteinander, man geht sich aus dem Weg.</p>
<p>Es macht die Leute krank. <em><strong>Es ist ein krank machender Geist, ein sprachlos und taub machender Geist</strong>,</em> man hört einander nicht mehr zu.</p>
<p>Es ist ihnen schon das Wasser bis zum Hals gestanden, sie drohten unterzugehen. Sie haben zu vieles im Feuer ihrer Wut verbrannt, was ihnen noch gut getan hätte, der Vater des Jungen sagt: <em><strong>schon oft hat der Geist mein Kind ins Feuer oder ins Wasser geworfen, um es zu töten. </strong></em>Er und sicher auch die Mutter sind jedes Mal hilflos.</p>
<p>Sie haben sich schon zu viele böse Worte gesagt. Das vergisst keine und keiner.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie starr leben sie aneinander vorbei. Und wieder findet keine Aussprache statt. Sie reden immer um den heißen Brei. Sie treiben ein Spiel miteinander. Sie sagen Sätze, von denen sie das Gegenteil meinen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Krankheit des Sohnes ist das Sinnbild für diesen Geist, der die Menschen unfrei macht, einzelne sind schon richtig krank geworden, Magengeschwüre, Asthma, Herzbeschwerden.</p>
<p>Der Vater ist das Sinnbild für die Suche nach Befreiung, Erlösung aus dieser vergifteten Atmosphäre. Deshalb bittet er Jesus: <strong><em>Wenn du die Macht hast, hilf uns und hab mit uns Erbarmen. </em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch in einer durch die Politik hervorgerufenen Situation geht vieles schief, das Volk wird nur mit Halbwahrheiten informiert. So kann es doch nicht weitergehen! Aber was kann man machen? Kann da überhaupt noch jemand helfen? Es müsste eine Person von außen sein, ein Mediator, wie es heute heißt, eine Pastorin, ein Lehrer. Wer hätte denn die Autorität, einmal wirklich die Wahrheit zu sagen? Wer würde es aushalten, selbst zum Angriffsziel zu werden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Vater, der – wie die Mutter – unter der Not, der Unwahrheit und der psychosomatischen Erkrankung, am meisten leidet, er würde diesem Geist schon vertrauen, aber er hätte noch nicht die Kraft, sich so für eine Klärung, so gegen die vergiftete Atmosphäre, einzusetzen. Schließlich würde er sich ja den anderen schutzlos auszusetzen. Er antwortet auf Jesu Einwand:</p>
<p><em>„<strong>Ich glaube, hilf meinem Unglauben, ich vertraue, hilf meinem Mangel an Vertrauen!“</strong></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und jetzt passiert es, es ist so weit, in der Familie, in der Gruppe, in der Partei. Sie haben sich geeinigt, eine Hilfe von außen zu holen. Sie sitzen um den Tisch, lauernd, misstrauisch – was kann hier eine Person von außen schon wissen und was uns sagen?</p>
<p>Ich will es versuchen, sagt jemand, eine Fachfrau, ein allgemein anerkannter Einwohner, eine neutrale Person, die Autorität ausstrahlt.</p>
<p><strong><em>Jesus bedrohte den unreinen Geist und sagte zu ihm: „Du sprachlos und taub machender Geist, ich gebiete dir, lass den Jungen frei und belaste ihn nie wieder.“</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dann kommt die Wahrheit zur Sprache, klar, ohne Umschweife, es tut weh. Es kommt zu einer offenen Aussprache, es wird gesagt, was Sache ist. „Alle hacken auf mir herum, ich habe keine Luft zum Atmen!“ oder „die DDR war ein Unrechtsstaat,“ oder „Ihr Wessis habt unsere Arbeitsplätze vernichtet!“ So geht es nicht weiter, so nicht! Die Wahrheit ist schmerzhaft, fast unerträglich. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, sie riskieren aggressive Abwehr und Wut. Vom unreinen Geist des Jungen heißt es:</p>
<p><strong><em>Da schrie der Geist auf, schüttelte den Jungen heftig und gab ihn frei.</em></strong></p>
<p>Der alte Geist begehrt noch einmal auf: „Lass uns in Ruhe, wir wollen das nicht hören,“ „es ist doch auch so gegangen, warum muss das jetzt alles auf den Tisch?“ So eine vergiftete Atmosphäre ist zählebig. Und dann erleben sie es alle, wie die angestaute Aggression noch einmal hoch kocht. Die Leute  schäumen vor Wut, alles scheint noch schlimmer zu werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jetzt geht es um den Kampf zweier Mächte, dem Geist, der zerstört, kränkt, unfrei macht auf der einen Seite, dem Geist, der auf Vertrauen setzt, der die Wahrheit zu Wort kommen lässt auf der anderen Seite. Hass gegen Liebe, Resignation gegen Mut. Jesus gibt deshalb die Frage zurück: <em>„<strong>Was heißt: wenn du die Macht hast? Alles ist möglich für die, die vertrauen.“ </strong></em></p>
<p>Jesus sagt: wer vertraut, kann es. Wem oder was vertraut? Jesus vertraut dem Geist Gottes. Es ist der Geist der Wahrheit und der Liebe. Jesus hat sich verbunden mit diesem Geist. Seine Freundinnen und Freunde sind noch nicht so weit, dass sie im Vertrauen auf diesen Geist handeln. Das hat der Vater gemerkt. <em> </em></p>
<p>Und dann herrscht plötzlich Stille, eine merkwürdiges Schweigen, niemand weiß so recht, was zu sagen. Jeder ist irgendwie betroffen. Plötzlich geht gar nichts mehr.</p>
<p><strong><em>Der Junge lag wie tot da, so dass die Menge sagte: „Er ist gestorben.“</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Luft ist rein, aber wie lang soll das Schweigen dauern? Langsam trauen sich einige aufzuschauen, sie vermeiden noch den Blick der anderen. Peinlich. Wut verwandelt sich in Nachdenklichkeit, Schuldzuweisungen verwandeln sich in eigene Verantwortung. Es ist, als würde ein Kleinkind laufen lernen müssen.</p>
<p><strong><em>Jesus nahm seine Hand, ließ ihn auferstehen.</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Person, die die Autorität hatte, die das Vertrauen in die Macht der Liebe, des Verstehens und Verzeihens, sie spricht als erstes nach dem Schock. Auch bei einem Kleinkind halten wir die Händchen, führen es behutsam. Jesus reicht dem Jungen die Hand, die andere Hand stützt den Ellbogen.</p>
<p>„Ich schlage vor, dass Sie jetzt erstmal nachhause gehen und dann heute Abend gemeinsam essen, was alle zusammen mitbringen, gemeinsam um einen Tisch sitzen, nachdem Sie nun reinen Tisch gemacht habt. Und am Sonntag lade ich Sie zum Abendmahl ein.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ja, das könnten wir machen. Das ist gut, da haben wir etwas zu tun. Das hilft. Jesus gibt den Jungen zurück, in die Freiheit, in sein eigenes Leben:</p>
<p><strong><em>&#8230; und er stand aus seiner Krankheit auf.</em></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist eine Auferstehung mitten im Alltag. Ein neuer Geist zieht ein. Sie müssen sich noch üben, auch zu vertrauen. Der Junge geht mit seinem Vater nachhause, die Mutter muss den neuen Geist wahrnehmen und sie muss sich neu einstellen auf den Geist in der Familie. Sie muss den Jungen frei geben.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In den Gruppen, Kirchgemeinden und Parteien haben die Leute es nicht mehr nötig, einander zu verletzen. Stattdessen müssen sie eine neue Sprache suchen, Worte, die gut tun, Worte, die stärken, auch mal ein Lob, eine Anerkennung. Da bricht einem doch kein Zacken aus der Krone. Es ist verdammt schwer. Aber dieses Erlebnis der befreienden Worte, der Heilung von einem unreinen Geist, hilft ihnen dazu. Der Geist, der alles unter den Tisch kehren wollte, der eine feindliche Gesinnung herauf beschworen hatte, er wird keine Chance mehr haben. Aber Mut braucht es auch dazu.</p>
<p>„Wenn Sie in ein paar Wochen noch mal  ein Nachgespräch brauchen, komme ich gerne,“ so verabschiedet sich die Pastorin, der Mediator, der Lehrer.</p>
<p>Wir danken dem Geist der Wahrheit, dass wir dem krank machenden Geist nicht unterworfen bleiben!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Amen</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Predigt zu Johannes 12,20-26</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 16:02:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Predigt zu Johannes 12,20-26 habe ich für die Reihe "feministisch predigen" geschrieben. Sie können auch den ganzen Gottesdienst mit Liedern und Gebeten hier herunterladen!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/11/Joh1220-26Lätare.doc">Joh12,20-26Lätare</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Predigt zu Joh 12,20-26</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"> </span></strong></p>
<p>Liebe Gemeinde,</p>
<p>heute ist uns von der liturgischen Kommission ein Predigttext ausgewählt worden, der ganz den Geist des Johannesevangeliums atmet. Ich lese ihn zunächst einmal als Ganzes vor und zwar aus der modernen Übersetzung, der so genannten <strong>Bibel in gerechter Sprache:</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>„Es gab auch einige griechischsprachige Menschen unter denen, die hinaufgingen, um beim Fest anzubeten. Diese nun gingen zu Philippus – dem aus Betsaida in Galiläa – und fragten ihn und sagten: »Herr, wir wollen Jesus sehen!« Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus. Jesus antwortete ihnen und sagte: »Die Zeit ist gekommen, dass der göttliche Glanz des erwählten Menschen gezeigt werde. Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn, das in die Erde fällt, nicht stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, trägt es viel Frucht. Alle, die ihr Leben lieben, verlieren es; und alle, die ihr Leben in dieser </strong><strong>Welt hassen, werden es bis in das ewige Leben bewahren. Die mir dienen, sollen mir folgen; und wo ich bin, dort werden auch die sein, die mir dienen. Alle, die mir dienen, die wird Gott ehren, weil sie – die Gottheit – mein Ursprung ist.“ Johannes 12,20-26</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich möchte Ihnen zunächst davon erzählen, wie eine Frau einen Vers aus dieser Bibelstelle, unserem Predigttext, entdeckt hat und warum sie sich darüber so gefreut hat.</p>
<p>Und dies ist der Vers:</p>
<p><em>„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, trägt es viel Frucht.“ </em></p>
<p>Die Frau, von der ich erzählen will, ist <strong>Hanna Fischer, sie ist Hebamme in Süddeutschland</strong>. Sie leitete wie viele andere Hebammen auch Vorbereitungskurse für schwangere Frauen und dabei hat sie auch die Partner, die zukünftigen Väter, mit einbezogen. Nun hat sie ein Video über die Kurse gedreht und veröffentlicht. Darin erklärt sie nicht nur über die körperlichen Erfahrungen, die auf die Mutter zukommen, sondern sie spricht auch die seelische und spirituelle, also die religiöse Seite von Schwangerschaft und Geburt an.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hanna Fischer ist eine Christin, sie engagiert sich auch in der Kirchgemeinde. Nun war ihr immer schmerzlicher bewusst geworden, dass es keine Literatur gab, die etwas Sinnvolles über den Geburtsschmerz sagte. Und dann entdeckte sie eine Bibelstelle, die den Frauen in dieser besonderen Situation Trost und Zuversicht gibt, in den – wie wir sagen – anderen Umständen oder – wie es früher hieß – wenn sie guter Hoffnung sind.</p>
<p>Bei den Älteren unter uns hatten die Mütter noch keine Vorbereitungskurse, sie haben einfach das Kind, uns selbst und unsere Geschwister, ausgetragen und geboren. Heute haben viele Frauen durch die Vorsorgeuntersuchungen eher mehr als weniger Angst! Umso mehr ist das Angebot des christlichen Glaubens, sind Vertrauen und Hoffnung und Liebe gefragt!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die <strong>Hebamme Hanna Fischer</strong> spricht nun in ihrem Video ganz beglückt davon, dass sie diese Bibelstelle gefunden hat, nämlich diesen Vers aus unserem Predigttext:</p>
<p><strong>Jesus spricht: Amen, Amen, ich sage Euch: Wenn das Weizenkorn, das in die Erde fällt, nicht stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, trägt es viel Frucht. </strong></p>
<p>Hanna Fischer sagt dazu: „<em>Jede Kartoffel, die zur Saatkartoffel wurde, können wir nachher nicht mehr gebrauchen, aber sie trägt vielfältig Frucht.“ Und zu den Schwangeren: „Wenn ihr denkt, ihr sterbt, dann kommt das Kind! Diese emotionale Tiefe führt zu Erkenntnissen, die wir sonst nicht bekommen! Und die Liebe zum Kind wird geboren und uns begleiten.“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Liebe Gemeinde, nur wenige von uns haben selbst ein Kind geboren, aber wir alle, Frauen und Männer, jung und alt, sind diesen Weg ins Leben angetreten, wir alle hatten diese Grunderfahrung: Als befruchtete Eizelle wurden wir im Dunkeln des Schoßes unserer Mutter zur vielfältigen Frucht, und als wir geboren wurden, haben wir wohl auch selbst diese Erfahrung gemacht, dass wir durch eine Tiefe Angst ans Licht kamen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>(Hier kann jetzt diese <strong>Fantasiereise</strong> eingefügt werden.)</p>
<p><em>Ich lade Sie alle jetzt herzlich ein zu einer Fantasiereise. Sie können einfach meinen Worten lauschen und sich vor Ihrem inneren Auge das vorstellen, was ich erzähle. Wenn Sie sich nicht darauf einlassen wollen, dann hören Sie einfach so zu, fühlen sich aber dennoch ganz dazu gehörig!</em></p>
<p><em>Wir setzen uns vorn an die Bank- oder Stuhlkante hin, dass wir aufrecht sitzen können.</em></p>
<p><em>Wir spüren unserem Atem nach, aus und ein, ein paar Mal. Nun stellen wir uns ein Samenkorn vor. Wie klein ist es? </em></p>
<p><em>Jetzt schlüpfe ich in dieses Samenkorn hinein, ich bin selbst jetzt ein kleines Samenkorn.</em></p>
<p><em>Ich spüre, dass ich in eine feuchte Erde gelegt werde. Es wird ganz dunkel um mich. Ich rieche die feuchte Erde, ich werde müde. Nur Stille ist um mich. Es geschieht nichts. Ich ruhe so tief, dass ich mich tot fühle. </em></p>
<p><em>Da spüre ich, wie sich etwas in mir verwandelt. Da tut sich etwas, es regt sich in mir. Etwas will wachsen und drängt ans Licht. Völlig neue Gefühle kommen in mir auf. Es dauert lange, dieses Verwandeltwerden. Und plötzlich wächst ein Blättchen aus mir, stößt durch die Erdekruste und – das ist Licht! Luft, Sonne! Wind! Ich bin ganz verwandelt, bin neu geboren, ich merke auch, dass ich ganz anders bin, kein kleines Samenkorn mehr sondern ein kleines kräftiges Pflänzchen. Jetzt drängt alles zum Wachstum hin. Nach einiger Zeit trage ich die Blüten, dann trage ich die Früchte – ich habe mich vervielfältigt!</em></p>
<p><em>Nun danken wir dafür, dass wir diese Beobachtung in aller Ruhe machen konnten und verabschieden uns von der kleinen Pflanze, die wir selbst waren. Wir öffnen die Augen und kommen zurück in diesen gottesdienstlichen Raum.</em></p>
<p><strong><span style="text-decoration: underline;"> </span></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wir haben diesen einen Vers vom Weizenkorn nun schon recht gut verstanden. Aber was bedeutet er für die Jüngerinnen und Jünger und für Jesus?</p>
<p>Nun wenden wir uns wieder unserem <strong>Predigttext </strong>zu und verstehen, wie dieses Wort vom Samenkorn, das nicht allein bleibt sondern viel Frucht bringt, wie dieses Wort vom Samenkorn die Botschaft des Glaubens an Jesus Christus in ein besonderes, ins rechte Licht rückt:</p>
<p>Jesus hat ja in seinen Gleichnissen oft vom Samenkorn erzählt, vom Senfkorn z. B., das so klein ist und dann ein großer Baum wird. Hier in unserem Predigttext hat Jesus das Gleichnis vom Samenkorn nun auf seinen eigenen Tod und seine eigene Auferstehung hin ausgelegt. Die Menschen, hier sind es die Griechen, wollten in Kontakt kommen mit Jesus. Das geht etwas umständlich zu: Sie wenden sich zuerst an Philippus, dieser an Andreas und beide tragen es Jesus vor.</p>
<p>Aber Jesus sagt es ihnen ganz eindeutig: Wer ihn verstehen und wer ihm wirklich begegnen will, muss sich darauf einlassen, dass dies nur durch die Tiefe des Sterbens und durch die Verwandlung des Neuwerdens möglich ist. Das zeigt uns das Samenkorn, das haben wir alle erfahren in unserer ersten Heimat im Mutterschoß. Diese Erfahrung hat Jesus auch gemacht in seinem Leiden am Kreuz und seiner Auferstehung. Wenn wir dies mit einbeziehen, dann können wir Jesus im seinem Sinn dienen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>An unsere eigene Geburt können wir uns nicht mehr erinnern, geschweige denn an die Zeit davor. Aber wir wissen, dass es eine Zeit von Erfahrungen war, die sich tief in unser Körper-Gedächtnis eingeprägt haben. Wir kommen alle aus dieser tiefen Verwandlung von der befruchteten Eizelle zum Neugeborenen Menschenkind hervor.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich möchte aber jetzt besonders alle unter Ihnen, liebe Gemeinde, ansprechen, die in den <strong>Kriegs- und Fluchtjahren</strong> geboren sind. Diejenigen unter Ihnen, die im Krieg oder auf der Flucht oder in anderen lebensfeindlichen Situationen im Schoß ihrer Mutter die Ängste spürten und in verzweifelten Situationen auf die Welt kamen, Sie spüren vielleicht immer noch Ängste und sind sich dann oft nicht dessen bewusst, dass die Ursache so weit zurück liegt. Das haben wir lange verdrängt, aber im Alter, in der Ruhezeit des Rentendaseins kommt es bei vielen wieder hoch. Ein Mann, der seinen im Krieg gefallenen Vater nie gekannt hat, schreibt: <strong>„Bewältigen – so hieß früher das Schlagwort – kann man diese Vergangenheit nicht, wohl aber überwachsen in der Neugestaltung des Lebens. Das heißt für mich: nicht mehr zu hadern, Neugier auf das Leben zu entwickeln und gerne zu leben.“</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es ist ein Trostwort, das Jesus uns hier schenkt: Die Dunkelheit in der Erde, diese Tiefe, durch die Jesus wie jedes Samenkorn gegangen ist, wird von Gott verwandelt in die</p>
<p>Auferstehung, in den Anfang eines großen fruchtbaren Lebens. Wenn wir so unsere Ur-Ängste verstehen und annehmen können, dann können wir aus der Hoffnung leben, dass wir mit Jesus auch unser ganzes Leben als Fülle der Frucht sehen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie aber verstehen wir nun die letzten Verse unseres Predigttextes? Es heißt dort:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>„</em><em>Alle, die ihr</em><em> </em><em>Leben lieben, verlieren es; und alle, die ihr Leben in dieser</em><em> </em><em>Welt hassen, werden es bis in das</em><em> </em><em>ewige Leben bewahren.</em><em> </em><em>Die mir</em><em> </em><em>dienen,</em><em> </em><em>sollen mir folgen; und wo ich bin, dort werden auch die sein, die mir dienen.</em><em> </em><em>Alle, die mir dienen, die wird</em><em> </em><em>Gott ehren, weil sie – die Gottheit – mein Ursprung ist.“</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Jesus ist durch die Todesstunde ins Leben aufgestanden. Jesus ist im Sterben neu geboren worden. Dies sagt Petrus ganz direkt in einer Predigt, die die Apostelgeschichte uns überliefert hat. Er verwendet dabei auch das Bild von der Geburt und den Schmerzen der Geburts-Wehen: Jesus wurde auferweckt, so Petrus, indem Gott die Wehen des Todes gelöst hat. (Apg 2,24). Welch ungewohntes und doch so lebensnahes Bild!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und nun lade ich Sie ein, mit mir noch einen Schritt weiter in den <strong>Predigttext</strong> zu gehen und das Geheimnis unseres Daseins zu betrachten:</p>
<p>Denn auch dieses entspricht der tiefen Erfahrung von Geburt und Tod, von Geborenwerden und Sterben: Wir sind nicht selbst diejenigen, die das machen, dass wir ins Leben kommen und aus dem Leben gehen. Wir sind eingebunden in das Schöpfungsgeheimnis Gottes, der – oder die, denn Gott ist nicht auf das männliche Geschlecht festgelegt – unser Ursprung ist. Wenn wir unser Leben von da her begreifen, dann verlieren wird unser Ich. Und was gewinnen wir stattdessen? Wir gewinnen die Beziehung zu Gott, wir gewinnen den Glanz, der von Gott kommt, wir gewinnen das ewige Leben. Es beginnt so schon hier und heute. Und so dienen wir Jesus und folgen ihm nach.</p>
<p>Damit ist der Kreis geschlossen: Die Menschen, die zu Jesus wollten, begreifen es: Die Erfahrung von Sterben und Geborenwerden verbindet uns mit Jesus und zusammen mit Jesus verbindet es uns auch mit Gott.</p>
<p>Jetzt haben auch wir, die wir mit Ängsten ins Leben geboren wurden, den Mut dazu: Wir lassen uns aus der Dunkelheit unserer Ängste verwandeln und können nun vielfältige Frucht wachsen lassen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Der Glaube und die Hoffung und die Liebe machen es uns möglich. Dafür danken wir dir, Jesus Christus!</strong></p>
<p><strong>Amen </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Predigt zu Lukas 1,26-38</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 15:56:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen Gottesdienst über Lukas 1,26-38 habe ich für die Reihe "feministisch- predigen" geschrieben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie können diesen Gottesdienst hier herunterladen:</p>
<p><a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/11/4.Advent-Lk1.pdf">4.Advent Lk1</a></p>
<p>Die Texte von <a href="http://www.carola-moosbach.de" target="_blank">Carola Moosbach </a>mit freundlicher Genehmigung der Autorin!</p>
<p><a href="http://www.feministisch-predigen.de" target="_blank">feministisch predigen</a></p>
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		</item>
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		<title>Predigt zu Römer 11,33-36</title>
		<link>http://www.hanna-strack.de/predigt-zu-romer-1133-36/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Nov 2011 15:50:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Predigt zu Röm 11,33-36 habe ich geschrieben für die Reihe "feministisch predigen", die jedes Jahr von ca 60 Pastorinnen geschrieben wird zu den vorgegebenen Textstellen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.feministisch-predigen.de">feministisch predigen</a></p>
<p><strong>Liebe Gemeinde!</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>An diesem sonntäglichen Sommermorgen haben Sie auf dem Weg zur Kirche sicher die Natur in all ihrer Pracht bewundert und Sie haben sich vielleicht gefragt: <strong>Wie ist wohl alles miteinander verbunden? </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Blumen am Wegesrand, die Vögel in der Luft, die Menschen, denen wir begegnen und die vielen, die auf Erden leben, die Sterne am Nachthimmel, die Millionen Jahre alten Steine und alle die Tiere und alle Arten von Pflanzen, aber auch das Gute und das Böse, das Gesundsein und das Kranksein, das Geborenwerden und das Sterben – Gibt es in allem ein Eines, eine Wirkkraft, gibt es das, was die Welt im Innersten zusammenhält? Oder ist alles einfach nur eine Summe von Billionen Einzelteilen, die nebeneinander ohne Zusammenhang existieren?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wenn es einen Zusammenhang gibt, wie können wir das mit Gott in Verbindung bringen?  Es gab einmal eine Antwort auf diese Fragen.</p>
<p><strong>Die Visionärin Hildegard von Bingen</strong>, die im Mittelalter Äbtissin, Ärztin und Komponistin war, sie hat für dieses Eine ein Wort gewählt: sie nennt es die <strong>viriditas, </strong>das heißt die Grünkraft oder <strong>die grünende Lebenskraf</strong>t. Diese viriditas – so schreibt sie &#8211; ist in allen Dingen, in den Steinen und im Menstruationsblut und in der Zeugungskraft des Mannes, viriditas bringt Blumen hervor und bewegt die Menschen, diese grünende Lebenskraft kommt aus der Weisheit und schenkt den Menschen Weisheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Eine andere Antwort auf diese Fragen gibt <strong>Paulus im Brief an die Gemeinde in Rom</strong>. Es ist ein Ausruf des Staunens und der Bewunderung, keine Erklärung. Paulus stimmt ein Loblied an auf die <strong>Weisheit, die Sophia Gottes</strong>, auf die Erkenntnis Gottes, auf die Entscheidungen und die Wege, die von Gott ausgehen. Und alles geschieht aus ihm, durch ihn und auf ihn hin.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und so lautet unser <strong>Predigttext Röm 11,33-36 </strong>heute:</p>
<p><strong>O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.</strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Und wieder fragen wir: Wie hängt alles miteinander zusammen? Wirkt Gott alles in allem?  Es wird uns eine große Hilfe sein, wenn wir uns i<strong>n einem Bild vorstellen</strong>, wie Gott alles in allem mit seiner Weisheit und seiner Erkenntnis durchdringt und alles von ihm und durch ihn und zu ihm ist.</p>
<p>Ich schlage vor, dass wir uns das B<strong>ild vom Teppich des Lebens </strong>vor Augen stellen.  Im Teppich des Lebens ist alles miteinander verwoben und vernetzt. Die Natur mit ihren vielfältigen Formen, mit ihrem Werden und Vergehen. Im Teppich des Lebens gibt es viele Muster. Sie sind aus vielen verschiedenen Fäden gewoben. Wir selbst sind seit unserer Geburt darin ein neuer Faden, verflochten mit den anderen und doch eigenständig in seinem Leuchten, eingebunden in das Muster und doch eine eigene Linie. Bleiben wir beim Bild, dann können wir davon sprechen, dass G<strong>ott der Weber oder die Weberin</strong> ist, die den L<strong>ebensteppich </strong>webt.</p>
<p>Du hast uns schon im Mutterleib gewoben – du schneidest meinen Lebensfaden ab, so betet ein Psalmdichter. Wie groß ist die Weberin! Wie sieht sie im voraus das Muster, das sie weben will! Wie wählt sie die Richtung und geht ihren Vorstellungen nach!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die <strong>lateinamerikanische Pfarrerin Julia Esquivel</strong> hat das Bild von Gott, der Großen Weberin,  in einem Gedicht ausgeführt, das ich Ihnen jetzt zu Gehör bringen will:</p>
<p><em>Wenn ich hinaufsteige </em></p>
<p><em>zum Haus der alten Weberin </em></p>
<p><em>betrachte ich voll Staunen </em></p>
<p><em>war ihrem Geist entspringt: </em></p>
<p><em>tausend verschiedene Muster nebeneinander,</em></p>
<p><em> und kein einziges Modell </em></p>
<p><em>kommt dem herrlich gewebten Tuch gleich, </em></p>
<p><em>mit dem sie die Gefährtin des Treuen und Wahren schmücken wird. </em></p>
<p><em>Die Menschen bitten mich immer darum, </em></p>
<p><em>ihnen den Markennamen zu nennen,</em></p>
<p><em>hnen genaue Modelle anzugeben. </em></p>
<p><em>Aber die Weberin lässt sich nicht in Raster pressen </em></p>
<p><em>und nicht in Schnittmuster. </em></p>
<p><em>Alle ihre Weberein sind Originale </em></p>
<p><em>und Wiederholungen gibt es nicht. </em></p>
<p><em>Ihr Einfallsreichtum ist über alle Planung erhaben. </em></p>
<p><em>Ihre geschickten Hände brauchen keine Vorlagen und Muster. </em></p>
<p><em>Es wird so, wie es wird, aber sie, die ist, wird es weben. </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die Farben ihrer Webfäden  sind klar: </em></p>
<p><em>Blut, </em></p>
<p><em>Schweiß,</em></p>
<p><em> Ausdauer, </em></p>
<p><em>Tränen, </em></p>
<p><em>Kampf, </em></p>
<p><em>Hoffnung. </em></p>
<p><em>Farben, die keine Zeit verwaschen kann. </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Die Kinder der Kinder unserer Kinder </em></p>
<p><em>werden die Hand der alten Weberin wieder erkennen. </em></p>
<p><em>Vielleicht bekommt sie dann einen Namen. </em></p>
<p><em>Aber als Muster wird sie niemals wiederholt werden. </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Jeden Morgen </em></p>
<p><em>sehe ich ihre geschickten Finger die Fäden aussuchen, </em></p>
<p><em>einen nach dem anderen. </em></p>
<p><em>Ihr Webstuhl ist lautlos </em></p>
<p><em>und die Menschen beachten sie nicht </em></p>
<p><em>und trotzdem wird das Muster, </em></p>
<p><em>das Stunde um Stunde ihrem Geist entspringt, </em></p>
<p><em>mit vielen Farben, mit Figuren und Symbolen, </em></p>
<p><em>in ihren Fäden sichtbar, </em></p>
<p><em>dass niemand es je auswaschen und vernichten kann. </em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieses Gedicht zeigt uns anschaulich, wie der <strong>Teppich des Leben</strong>s gewoben ist. Und wir können uns selbst mit unserem Schicksal darin wieder erkennen.</p>
<p>Das Gedicht zeigt uns auch in anschaulicher Weise, was Paulus mit theologischen und philosophischen Worten in unserem Predigttext ausruft:   <strong>O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen. </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Paulus ist ergriffen von der Größe Gottes, von der Heiligkeit Gottes, dem er begegnet ist. Er staunt über die Tiefe des Reichtums alles dessen, was in Gott ist, über die Weisheit, mit der Gott alles ordnet und über die Erkenntnis, mit der Gott Antworten gibt auf alle unsere Fragen.   Wie ist denn Paulus der Heiligkeit Gottes, dem Reichtum, der Weisheit und Erkenntnis begegnet?</p>
<p>Paulus schreibt diese Ausruf-Sätze, nachdem er darüber geschrieben hatte, wie Juden und Christen miteinander verbunden sind, wie Jesus aus den Wurzeln des jüdischen Glaubens seine Kraft zog und wie nun die Christen an diesem Baum ein neuer Zweig sind. Damit hat Paulus seine eigene Bekehrung vom Saulus zum Paulus, vom Verfolger zum Missionar des christlichen Glaubens, verstanden und damit auch die unergründbaren Werke Gottes erkannt.</p>
<p>Jesus Christus ist durch seine Geburt wie ein neuer Faden in das Gewebe, in den Lebensteppich hinein gewoben worden von Gott, der großen Weberin. Er ist nun ein leuchtender Faden, der sich durch die Muster zieht bis in die Gegenwart, ein Faden, der die Muster neu ordnet, der die anderen Fäden, die Menschen, mit seiner glutroten Farbe der Liebe zu einem neuen Leuchten bringt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Auch dies ist ein Wunder, über das Paulus sein staunendes „<strong>O welche Tiefe des Reichtums der Weisheit und der Erkenntnis Gottes“ </strong>ausrufen will.  Auf dem Weg nachhause von diesem Gottesdienst werden Sie vielleicht über das neue Gottesbild nachdenken, Gott als die Große Weberin. Es ist ungewohnt und doch verständlich für alle, die einen handgewebten Teppich betrachten oder schon einmal am Webstuhl zugeschaut haben.  Auf dem Weg nachhause werden Sie vielleicht wieder Staunen über die große Verbundenheit der ganzen Natur und mit Paulus in den Ruf einstimmen: „Welch eine Tiefe des Reichtums Gottes, denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge!“  Amen</p>
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		<title>feministisch predigen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 13:59:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Jahr erarbeiten Pfarrerinnen und Pastorinnen Gottesdienste zur Perikopenreihe, die dann gesammelt und auf einer CD verkauft werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie können hier mehr erfahren und ggf. eine CD kaufen:</p>
<p><a href="http://www.feministisch-predigen.de" target="_blank">feministisch predigen</a></p>
<p>Dies ist der Flyer: <a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/11/3-Flyer-Feministisch-Predigen.pdf">3 Flyer Feministisch Predigen</a></p>
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		<title>Hagar erzählt</title>
		<link>http://www.hanna-strack.de/hagar-erzahlt/</link>
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		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 06:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauen der Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Predigt über Genesis 21,14-19 und 16, 13+14 in Erzählform: &#160; &#160; &#160; Das Bild zeigt aus der Decke der Heilig-Geist-Kirche in Wismar, wie der Engel Hagar weckt, um ihr die Wasserstelle zu zeigen. &#160; Ich werde Abrahams Blick nicht vergessen. Er hatte schon Ismael und mich zum Abschied umarmt und war einige Schritte gegangen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/10/Hagar.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1406" title="Hagar" src="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/10/Hagar.jpg" alt="" width="150" height="96" /></a>Eine Predigt über Genesis 21,14-19 und 16, 13+14 in Erzählform:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das Bild zeigt aus der Decke der Heilig-Geist-Kirche in Wismar, wie der Engel Hagar weckt, um ihr die Wasserstelle zu zeigen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ich werde Abrahams Blick nicht vergessen. Er hatte schon Ismael und mich zum Abschied umarmt und war einige Schritte gegangen, als er sich noch einmal nach uns umdrehte, seine und meine Augen begegneten sich ein letztes Mal.</strong></p>
<p><strong>Schnell nehme ich Ismael, unseren Sohn, fest bei der Hand, rücke den Wasserschlauch auf meiner Schulter zurecht und orientiere mich an der aufgehenden Sonne. Wir steigen in das erste Tal hinunter, ein ausgetrocknetes Flussbett. Ich will die Oase erreichen, die auf dem Weg zu meiner alten Heimat, Ägypten liegt. Erinnerungen steigen in mir hoch von Abschiedstanz mit den Priesterinnen, vom Aufbruch der großen Sippen und Herden, von Saras ersten Anweisungen an mich, ihre persönliche Sklavin.</strong></p>
<p><strong>Mutter schau! Ismael bleibt wie angewurzelt stehen: Vor unseren Augen streift eine Schlange an einem Geäst ihre Haut ab. Wir hören das leise Knistern und bewundern die leuchtenden Farben ihrer neuen Haut. Ob wir auch einmal solch ein neues Leben beginnen können?</strong></p>
<p><strong>Dann trinken wir und essen und nach kurzer Rast wandern wir weiter durch die Wüste. </strong></p>
<p><strong>Gegen Abend kommen mir die ersten Zweifel. Habe ich den Stand der Sonne etwa falsch eingeschätzt jetzt in dieser Jahreszeit? Müssten wir nicht schon bei der Oase sein? Haben wir sie verfehlt? Drehen wir uns etwas im Kreise? Wir trinken den letzten Schluck aus dem Wasserschlauch. Ich merke, dass Ismaels Kräfte nachlassen. Ich werde sehr unruhig. Der Junge weint leise. Mama, ich kann nicht mehr! Auch meine Kräfte schwinden.</strong></p>
<p><strong>Jetzt kann ich nicht mehr. Ich setze Ismael in den Schatten eines dürren Strauches. Ich kann sein Wimmern nicht mehr anhören, es ist fürchterlich. Und ich lege mich ein Stück entfernt in den Sand. </strong></p>
<p><strong>Ich träume von damals, als mich eines Abends Sara ansprach. Sie sagte, dass sie kein Kind bekommen habe bis jetzt und es wohl nichts mehr wird. Aber Abraham braucht ein Erbe. Deshalb wird er zu mir kommen, sagt sie. Sie wirkte sehr bedrückt. Bitte lass ihn zu dir und schenke uns einen Sohn!. Ich dachte damals, wie verrückt doch die Welt ist. Warum unbedingt ein Sohn?</strong></p>
<p><strong>Und dann habe ich Ismael geboren, auf dem Schoß der Sara sitzend. Es war ihr und Abrahams Kind. Und dann plötzlich wurde sie doch noch schwanger… ach ja, Probleme zwischen uns Frauen gab es dann schnell.</strong></p>
<p><strong>Ich war so elend und müde, spürte meine ganze Hilflosigkeit und bereitete mich aufs Sterben vor, müde, kraftlos, erschöpft.</strong></p>
<p><strong>Ich muss wohl eingeschlafen sein. Denn plötzlich sehe ich ein Glitzern in der Abendsonne, als ob Wasser sich kräusle. Ich höre ein leises Rauschen. Wasser! Es fährt mir in die Glieder! Ich schleppe mich dahin, wo das Glitzern und Rauschen her kam. Wasser! Aus Müdigkeit und vor Angst hatte ich es wohl nicht gesehen! Wer hat mir die Augen geöffnet dafür? Welcher Engel ist mir erschienen? Will Gott nicht, dass wir untergehen? Will diese Gottheit, die mich sieht, dass wir leben?</strong></p>
<p><strong>Ich netze meine Lippen, dann fülle ich ein wenig Wasser in den Schlauch und gehe rüber zu meinem Kind, das bewusstlos da liegt. Mein Kind, wir werden leben! Ismael spürt das Wasser auf seinen Lippen, öffnet die Augen und wir umarmen uns. </strong></p>
<p><strong>Dann knien wir im Sand und rufen leise:</strong></p>
<p><strong>Du, Gott, du Sehender, du hast uns in unserer Erschöpfung gesehen!</strong></p>
<p><strong>Gott, du Hörender, du hast unser Weinen und Wimmern vernommen!</strong></p>
<p><strong>Gottheit, du sehende und Hörend, du Lebensquell, führe uns durch die Wüste und schenke uns Zukunft!</strong></p>
<p><strong>Und dann tanzen wir erst langsam und immer schneller vor lauter Lebenslust und Freude!</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Predigt zu Galater 2,16-21 zum 11. Sonntag n.Trin. 2012</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 07:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>hannastrack</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gottesdienste]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>

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		<description><![CDATA[Über diesen sperrigen Text zu predigen ist nicht leicht. Ich habe hier eine kreative Lösung gefunden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie können die Predigt gerne verwenden, ich freue mich, wenn Sie es mir kurz mitteilen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier können Sie sie als pdf-Datei herunterladen:</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="http://www.hanna-strack.de/wp/wp-content/uploads/2011/09/Predigtpdf.pdf">Predigt.pdf</a></p>
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